Rückblick 2018

Am 20. September 2018 veranstaltete der Bitkom zum dritten Mal die Digital Health Conference. Das Motto lautete „More Power to the Patient“. Rund 350 Innovatoren und Entscheider aus dem Gesundheitsbereich waren der Einladung gefolgt, der Meistersaal in Berlin damit restlos ausgebucht.

Schnell wurde in den Keynotes, Panels und Themen-Sessions klar: Es braucht die Elektronische Patientenakte. Dahin müsse und wird es gehen: „Wir stellen alle Ampeln auf Grün“, so Staatssekretär Thomas Gebhart in seiner Keynote. Bisher kommt Digital Health gerade in Deutschland jedoch nur langsam voran, stellte Atos-CEO Ursula Morgenstern fest. Um die Geschwindigkeit zu beschleunigen, benötigt es „Convenience, Motivation und Selbstmanagement für Patienten“, sagte Dr. Monika Sibbald von Roche. Gleichzeitig kann das Aufbrechen von Silos einen Gewinn an Zeit und Effizienz für die Leistungserbringer erreichen. Dr. Silke Scholz (m.Doc) und Anne Hansen (DocMorris) erkannten Kooperation und Öffnung dafür als wesentlich, da dies auch Mehrwert für den Patienten schafft.

Bei der Frage, welches Update unser Gesundheitssystem konkret benötigt, schlossen sich auch MdB Maria Klein-Schmeink, Steffen Ball (dsai e.V.) und Dr. Pablo Metzinis (SAP) einer bereits bekannten Antwort an: die interoperable Elektronische Patientenakte. Diskutiert wurde dabei aber vor allem das Verhältnis von Datenschutz und Potenzialen der Datennutzung: „Wir sollten die Frage umdrehen: Wieviel Anonymität reicht denn, um Patientendaten für die Forschung und für die Gesellschaft zu nutzen?“ fragte etwa Metzinis.

„Wenn Menschen schwerkrank sind, muss die Versorgung zum Patienten und nicht umgekehrt“, stellten Pfizer Deutschland-CEO Peter Albiez und Eva Schumacher-Wulf grundsätzlich fest. Für Prof. Dr. Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrats, waren drei Faktoren wesentlich, um das Ziel „More Power to the Patient“ zu erreichen: Selbstbestimmungsermöglichende Sorge, gute Behandlungsqualität, Zugangs- und Verteilungsgerechtigkeit.

Um Ethik ging es nicht zuletzt auch beim Vortrag von Claas Jan von Treeck. Er ging der Frage nach, ob wir mittlerweile nicht bereits alle ein bisschen Cyborg sind? Seine spannende These: „Der radikale aktuelle Schritt ist, den Körper heute (auch) als Umwelt zu betrachten.“

Dieses Neudenken von definierten Abgrenzungen zeigte sich auch im Vortrag von Dr. Thomas Friese von Siemens Healthineers. Er präsentierte, wie KI diagnostische Entscheidungsprozesse immer stärker ‚augmentiert’ und hilft, die Patienten besser durch die Behandlung durchzuleiten. Dagmar Schuller von audEERING zeigte, dass automatisch analysierte Audiosignale, wie Sprache, bereits heute zu  knapp 92% erkennen, ob es sich etwa um einen Parkinson-Patienten handelt oder nicht.

Julia Hagen, Bereichsleiterin Health & Pharma beim Bitkom e.V., richtete im vollbesetzten Saal die Frage an die Anwesenden, wer heute im Anlassfall bereits halbwegs regelmäßig digitale Kommunikationswege nutzt, um mit seinen Ärzten zu kommunizieren: es waren etwa zehn Personen. Offenbar gibt es also noch viel zu tun:

Die vierte Digital Health Conference findet am 12. September 2019 statt - wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei sind!

 

 

Impressionen

Impressionen der Digital Health Conference