Digitale Gesundheitsanwendungen: Deutschland droht seine Vorreiterrolle zu verlieren
Deutschland gilt als Vorreiter bei digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA). Seit 2020 können medizinisch geprüfte Apps und webbasierte Anwendungen auf Rezept verordnet werden und Patientinnen und Patienten beispielsweise bei Depressionen, Diabetes oder chronischen Schmerzen unterstützen. Doch die Rahmenbedingungen für die Hersteller werden zunehmend schwieriger. Das zeigen aktuelle Zahlen des Digitalverbands Bitkom.
86 Prozent der befragten DiGA-Unternehmen bewerten Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin als guten Standort. Gleichzeitig sehen 82 Prozent eine deutliche Verschlechterung der allgemeinen Lage. Besonders kritisch wird die Vergütung bewertet: 74 Prozent der Unternehmen sind der Ansicht, dass diese dem tatsächlichen Aufwand für Entwicklung und Betrieb nicht gerecht wird.
Damit Deutschland seine Vorreiterrolle bei digitalen Gesundheitsanwendungen behaupten kann, braucht es verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen und ein nachhaltiges Vergütungsmodell. Dieses muss sowohl den Versorgungsnutzen als auch die Entwicklungs- und Betriebskosten angemessen berücksichtigen.
Digitale Gesundheitsanwendungen bieten großes Potenzial, die medizinische Versorgung zu verbessern, Patientinnen und Patienten stärker einzubinden und bestehende Versorgungsstrukturen zu entlasten. Entscheidend ist nun, innovationsfreundliche Bedingungen zu schaffen, damit digitale Lösungen langfristig in der Gesundheitsversorgung etabliert werden können.
Wie gelingt der Schritt von digitalen Innovationen in die breite Versorgung?
Diese und weitere Fragen stehen auch im Mittelpunkt der Digital Health Conference am 24. November 2026 in Berlin. Unter dem Motto „Von der Strategie zur Umsetzung!“ diskutieren Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Gesundheitswesen und Digitalwirtschaft über die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung.